Die drei häufigsten Eheprobleme – Hauptproblem in der Ehe Nummer 1: Vernachlässigung

Es ist so herrlich einfach, sich sein Leben wegzuarbeiten, die Familie, die Ehefrau oder den Ehemann und ganze Beziehungen aus den Gedanken zu verdrängen… Viele Menschen verwenden ihre Arbeit gerne, um sich dahinter vor Problemen zu verstecken oder um eine bequeme Ausrede zu haben.

Arbeit ist wichtig. Arbeit kann auch im Mittelpunkt stehen – aber nur für eine bestimmte und möglichst kurze Zeit. Dann ist in den allermeisten Fällen auch ein gewisses Verständnis des Partners bzw. der Partnerin dafür da, dass man Zeit und Mühe für den Aufbau seiner Karriere aufwenden will, denn immerhin kommt so das Geld ins Haus, von dem die Familie leben kann.

Nehmen Sie das “A-Wort” aber immer öfter und öfter in den Mund, dann schwindet über kurz oder lang die Geduld eines jeden Menschens und es entsteht der Eindruck, dass die Arbeit wichtiger als die gemeinsame Beziehung geworden ist. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Früchte des Erfolgs in vollen Zügen genossen werden…

Lassen Sie mich Ihnen eine kurze Beispielgeschichte aus dem wahren Leben über ein Paar erzählen, das sein Leben größtenteils getrennt voneinander verbracht hat:

Er hat tagsüber gearbeitet und seine Frau nachts. Ihr hat es gefallen, das zusätzliche Geld aus den Nachtschichten für schöne Dinge auszugeben. Für elegante Kleidung, neue Autos und all die anderen Luxusartikel, die für einen gehobener Lebenswandel eben absolut unverzichtbar sind.
Nur hat sie es abgrundtief gehasst, dass ihr Mann müde war, wenn er nach der Arbeit nach Hause kam.

Luxus? Ja, bitte! Ein erschöpfter Mann? Nein, danke! Eine richtige Zwickmühle: Ohne Nachtschichten gab es weniger Geld, folglich auch weniger Luxus und vermutlich in einiger Zeit auch keine Frau mehr. Mit Nachtschichten und der Aussicht auf eine eventuelle Beförderung war das Endergebnis im Prinzip nicht anders. Eine wirklich schwere Entscheidung also…

Wenn Sie nicht nur wissen wollen, wie die Geschichte über das Paar ausgeht, und mehr über das Eheproblem “Vernachlässigung” erfahren wollen, dann lesen Sie gleich diesen Artikel weiter!

Es überrascht Sie sicherlich wenig, wenn ich Ihnen jetzt sage, dass beide keinen Kompromiss finden konnten. Seine Frau wollte weder auf die Beförderung warten, noch auf den Luxus verzichten müssen, wenn er nur noch tagsüber gearbeitet hätte.
Seine Arbeit wurde mit der Zeit eine Art Schutz oder Rückzugsort und außerdem immer wichtiger für ihn, weil es mit der Beförderung keine Nachtschichten mehr gäbe, er außerdem noch mehr Geld verdienen würde und seine Eherobleme scheinbar verschwunden wären.

Nach knapp zwei Monaten war die Ehe am Ende, seine Frau hat sich von ihm getrennt und die Scheidung eingereicht. Nur fünf Wochen darauf wurde er dann endlich befördert und hatte sein eigentliches Ziel erreicht – nur freuen konnte er sich darüber nicht mehr, erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch, verfiel in lange Depressionszustände, wurde arbeitsunfähig und befindet sich bis zum heutigen Tag in psychologischer Behandlung.

Eine tragische Geschichte, die einen zum Nachdenken bringt. Langes Arbeiten, häufige Geschäftsreisen oder ständig von einander getrennt nebenher leben zu müssen stellt selbst die besten Beziehungen auf die Probe und ist nicht selten ein echter “Beziehungskiller”, insbesondere bei den Karrieristen. Die wenigsten von ihnen sind noch in erster Ehe!

Dass die Anzahl von Menschen, welche mit einer Ehe nur am Wochenende wirklich zufrieden sind und dieser Herausforderung dauerhaft entgegentreten wollen, ist überschaubar. Diese Paare haben den Umgang damit gelernt und sind glücklich darüber, in gewissem Maße unabhängige Leben führen zu können, lieben sich aber dennoch leidenschaftlich.
Deren Eheproblem endet spätestens dann, wenn die langen Arbeitszeiten und die Geschäftsreisen ein Ende finden. Aber: Dann müssen sie erneut etwas von grundauf lernen, nämlich das ständige Zusammenleben…

Wie viele Eheleute verbringen ihr ganzes Leben mit der Arbeit, sehen ihre Kinder selten und haben kaum private Freizeit? Deren Ehemänner und Ehefrauen fühlen sich so gut wie immer vernachlässigt, sehnen sich nach gemeinsam verbrachter Zeit und verzweifeln wegen Einsamkeit. Die Klagen der Vernachlässigten werden mehr, lauter und drastischer – durch Ignoranz und mangelde Rücksichtnahme löst sich die gemeinsame Bindung langsam auf und es folgt die bittere Erkenntnis: Entfremdung, Trennung, Scheidung.

Noch schwieriger wird es, wenn auch Kinder die Leidtragenden sind und praktisch als Halbwaisen aufwachsen. Für den Vernachlässigten bedeutet dies außerdem eine zusätzliche Belastung, denn von morgens bis abends müssen die Kinder betreut und versorgt werden. Hier lauert eine weitere Gefahr: Je besser die Situation gemeistert wird, desto besser ist es zwar für die Kinder, desto weniger wird das Problem aber vom Ehepartner erkannt und darum bei Beschwerden auch verharmlos und zerredet.

Dabei sind es gerade die jungen Jahre, in denen die Kinder langsam aufwachsen und die nie mehr wiederkehren. Die ersten Schritte, das erste Wort – ganz besondere Erlebnisse, die das Leben eigentlich erst richtig lebenswert machen. Weiß man diese nicht zu würdigen, dann sollte man nicht nur keine Kinder in die Welt setzen, sondern hat dieses Privileg, Kinder haben zu dürfen, auch gar nicht verdient!

Kinder haben enorme Probleme damit, wenn sie verstehen sollen, dass Arbeit wichtiger als sie sind. Kleinen Kindern fehlt die Weitsicht dafür, dass ihre Eltern oder ein Elternteil nur eine kurzfristige Denkweise haben. Geld ist wichtig, insbesondere für die spätere Ausbildung der Kinder. Aber der Dreijährige, welcher statt Süßigkeiten den Aktienbonus seiner Eltern wählt, muss wohl erst noch im Reagenzglas geboren werden.



Wenn die Arbeit ihr Leben beherrscht, selbst wenn Sie eigentlich die besten Absichten dabei haben, und ihre Familie keinerlei Verständnis und Akzeptanz dafür aufbringen kann, also nicht zu 100% voll hinter Ihnen steht, dann entsteht zwangsläufig der Gedanke, dass Sie Ihre Zeit lieber beruflich als privat mit ihnen verbringen wollen. Ihre Lieben fühlen sich vernachlässigt, ungewollt und ungeliebt.

Wollen Sie Ihr Leben stark auf Karriere ausrichten, dann müssen Sie unbedingt sicherstellen, dass Ihr Mann oder Ihre Frau sowie Ihre ganze Familie diese Idee versteht und Sie dabei auch unterstützt.

Unstimmigkeiten, Beschwerden oder Probleme sollten unmittelbar angesprochen und diskutiert werden: Wägen Sie den Sachverhalt ab, verstehen Sie beide Seiten, denken Sie an die Kinder und finden Sie gemeinsam heraus, was für die einzelnen Personen, die Beziehung, die Ehe sowie die gesamte Familie am besten ist.

Packen Sie dieses häufige Eheproblem also direkt an der Wurzel und schaffen Sie es zusammen aus der Welt, bevor es zu spät ist und sich schädlich oder gar zerstörend auf Ihr Leben, Ihre Ehe und Ihre Familie auswirken kann! Für den ersten Schritt in die richtige Richtung ist es nie zu spät. Niemals!

Comments are closed.